27. Januar 2026 | Pressemitteilung

Neuer pädagogischer Vorstand und Extremwanderer – Nico Gehrling

Nico Gehrling vor dem Eingang des Kommunikatiosnzentrums von Mutpol

60, 80, 100 Kilometer: Nico Gehrling ist in seiner Freizeit gerne lange Strecken zu Fuß unterwegs. Dieses Durchhaltevermögen will er auch in seinem neuen Job zeigen.

Tuttlingen Anfang Oktober hat Nico Gehrling (44) seine Arbeit bei der Jugendhilfeeinrichtung Mutpol in Tuttlingen aufgenommen – zunächst noch parallel zum langjährigen Leiter Dieter Meyer. Inzwischen steht er allein an der Spitze der Einrichtung, als Gesamtleiter und pädagogischer Vorstand, nachdem Meyer in die aktive Phase der Altersteilzeit gewechselt ist. Mutpol beschäftigt 380 Mitarbeiter und betreut rund 700 Kinder und Jugendliche in ganz unterschiedlichen Formen.

„Wir wollen jedem jungen Menschen, der zu uns kommt, Angebote machen. Wir fangen mit jedem neu an“, sagt Gehrling. Auch wenn die Verhaltensweisen mancher Kinder und Jugendlicher für Lehrkräfte und Betreuer herausfordernd seien, müsse immer klar sein, dass sie auf die Erfahrungen und Ereignisse zurückzuführen sind, die sie in ihrem Leben gemacht haben. „Wir müssen einen Weg finden, damit zu arbeiten“, stellt er fest.

Zuletzt war der 44-Jährige, der mit seiner Frau und den beiden Töchtern in der Nähe von Sigmaringen lebt, Fachbereichsleiter Kinder-, Jugend- und Familienhilfe im CJD Baden-Württemberg. CJD steht für Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands. „Ich war fast jeden Tag irgendwo im Land unterwegs“, berichtet er. Das Einzugsgebiet reicht vom Bodensee bis Würzburg, von Offenburg bis Ravensburg. Auf einer Fachtagung begegnete er Dieter Meyer – dort kam die Sprache auf dessen Nachfolge. Gehrling bewarb sich und erhielt bereits im März 2025 die Zusage. Was will er verändern, was anders machen? Noch befinde er sich in einer Phase des Kennenlernens, sagt Gehrling: der Menschen und der Orte, die zu Mutpol gehören. Dennoch hat er klare Vorstellungen davon, wie er seine neue Aufgabe ausfüllen möchte.

Drei Punkte nennt Gehrling, die ihm besonders wichtig sind. „Einen förderlichen und sicheren Rahmen für Jugendliche und deren Herkunftsfamilien anbieten.“ Das bedeute auch, die eigene Arbeit stetig zu hinterfragen und bei Bedarf nachzusteuern. Ebenso wichtig sei, dass sich die Mitarbeiter sicher fühlen und ihren Arbeitgeber als verlässlichen Partner erleben. „Dazu gehören Klarheit und Transparenz, und dass wir Orientierung und Struktur geben“, ist er überzeugt.

„Wir wollen jedem jungen Menschen, der zu uns kommt, Angebote machen.“

Nicht zuletzt gehe es darum, effizient zu arbeiten und bestehende Abläufe zu überprüfen. Mehr Digitalisierung nennt Gehrling dabei als Möglichkeit – angefangen bei der Aktenführung. Insgesamt sollen Wege verkürzt und Prozesse vereinfacht werden. In seinem Privatleben hingegen geht er bewusst lange Wege. „Mammutmarsch“ steht auf dem Band an seinem Handgelenk. Gehrling ist Extremwanderer und legt dabei auch Strecken von rund 100 Kilometern am Stück zurück. Dieses Durchhaltevermögen – etwas zu Ende zu bringen, auch wenn es beschwerlich wird – ist zugleich sein berufliches Motto. „Ich denke, wir können gemeinsam viel erreichen“, sagt er. Neben administrativen Aufgaben gehört auch die pädagogische Ausrichtung zu seinem Verant‐ wortungsbereich – etwa den Kinderschutz sicherzustellen und weiterzuentwickeln. Voraussichtlich im März startet eine neue Wohngruppe für Kinder ab drei Jahren, im Bedarfsfall auch ab zwei, in der Außenstelle in Emmingen-Liptingen. Der Bedarf sei vorhanden: Die Anfragen der Jugendämter hätten stark zugenommen, ebenso die Drucksituationen in den Familien. Bis zu sechs Kinder sollen dort ein vorübergehendes Zuhause finden. Rund um die Uhr wer‐ den sie von einem Team aus bis zu acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut. Das notwendige Personal stehe bereits bereit. Auch die Betriebserlaubnis liege vor, nun hänge es noch an den Entgeltverhandlungen mit dem Jugendamt und dem Kommunalverband Jugend und Soziales. Bei älteren Kindern, die bei Mutpol untergebracht sind, ist Gehrling die Beteiligung besonders wichtig. Sie sollen sich – wo immer möglich – einbringen können: von der Wahl des Schul- oder Ausbildungsplatzes bis hin zur Gestaltung ihrer Wohngruppen. Und sei es bei der Ent‐ scheidung für einen neuen Teppich oder eine Couch. Insgesamt gibt es 13 Wohngruppen auf dem Mutpol-Gelände im Steinigen Tal sowie in verschiedenen Kreisgemeinden. Hinzu kommen betreute Plätze in Einzelwohnungen und fünf professionelle Pflegefamilien, bei denen mindestens ein Elternteil einen sozialpädagogischen Hintergrund hat und bei Mutpol angestellt ist. Aus Gehrlings Sicht gehört dazu auch, das Beschwerdemanagement zu überprüfen. „Die Kinder und Jugendlichen sollen sich melden können, wenn ihnen etwas nicht passt. Und wir müssen dann hinschauen.“

Wie bei seinen Extremwanderungen weiß Gehrling auch in seiner neuen Aufgabe: Große Strecken bewältigt man nicht im Sprint, sondern mit einem langen Atem.

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