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Andreas Meßmer vom Bildungsbüro und Silke Zube vom Jugendamt stellen im Sozialausschuss Ideen vor, wie Jugendlichen mit Anschlussproblemen besser geholfen werden kann. Die Jugendhilfe Mutpol ist mit dabei.

Im Schwarzwald-Baar-Kreis soll es ein Gesamtkonzept für Problemschüler geben. Für die Entwicklung des Konzepts bekam die Kreisverwaltung nun den Auftrag des Bildungs- und Sozialausschusses. Zuvor hatten Andreas Meßmer, Leiter des Bildungsbüros, und Silke Zube vom Jugendamt die Probleme geschildert und Lösungsvorschläge gemacht.

Im Schuljahr 2016/17 haben im Schwarzwald-Baar-Kreis 74 Schüler das Berufsvorbereitungsjahr – Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf, abgekürzt VAB(O) – ohne Abschluss beendet. „Mit Blick auf die Wiederholerquote in den Vorbereitungsklassen nehmen dort in den kommenden zwei Jahren die Abgangszahlen stark zu“, heißt es ergänzend in den Sitzungsunterlagen. „Auf Basis des vorliegenden Datenmaterials ist dabei mit einer hohen Zahl an Schulabgängern ohne Abschluss zu rechnen.“

Darüber hinaus haben 60 Schüler aus allgemeinbildenden Schulen keinen rechtzeitigen Anschluss an den regulären Berufsschulunterricht. Es gebe pro Jahr „zwischen 50 und 70 berufsschulpflichtige Schülerinnen und Schüler, die aus unter-schiedlichen Gründen nicht rechtzeitig von den Regelschulen in den Berufsschulen ankommen und daher – wenn überhaupt – nur noch sehr schwer in bestehende Klassen, in der Regel Vorbereitungsklassen, integriert werden können.“

118 Schüler bestanden im Schuljahr 2016/17 in der Berufsschule oder im Berufskolleg die halbjährige Probezeit nicht. Diese Schüler, so heißt es, müssten anders beschult werden.

„Diese ganze Palette macht uns unruhig“, sagte Andreas Meßmer, Leiter des Bildungsbüros. „Wir müssen für diese Schüler mehr tun. Wir brauchen hier ein Gesamtkonzept, denn Einzelmaßnahmen reichen nicht.“

Silke Zube stellte dem Ausschuss die Bau-steine des möglichen Konzepts vor. Baustein A nennt sich „Testung“. Ziel ist es, mehr Kenntnisse über den Entwicklungsstand eines Schülers im schulischen und emotionalen Bereich zu bekommen. Dies soll dabei helfen, dem Schüler die richtigen Angebote zu vermitteln. Eine Arbeitsgruppe soll nun Vorschläge zum weiteren Vorgehen entwickeln. Sie besteht aus Vertretern der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche, der Schulpsychologischen Beratungsstelle, der beruflichen Schulen, der Schulsozialarbeit und des Schulamts.

Baustein B ist mit „Fallmanagement“ überschrieben. Dabei geht es um die Beratung einzelner Schüler. Probeweise wurde ein solches „Fallmanagement“ schon gestartet. Die Beteiligten sind Klassenlehrer, Berufsberatung und Schulsozialarbeit. Eine Arbeitsgruppe soll es weiterentwickeln und standardisieren.

Baustein C heißt „Bestehende Angebote“. Das Ziel: „Bereits in den Regelschulen soll noch intensiver über die Berufsberatung und die beruflichen Schulen, auf die bestehenden Angebote und ihre Vorausset-zungen, hingewiesen werden.“ Dazu muss die Abstimmung der allgemeinbildenden Schulen, den beruflichen Schulen und der Agentur für Arbeit intensiviert werden.

Der Baustein D ist mit „Neues Angebot“ überschrieben. Es geht darum, Problemschülern eine Sonderform des Vorbereitungsjahrs Arbeit/Beruf anzubieten. „Anlehnend an das Konzept der ,Schule des Lebens' in Brigachtal für Schüler ab Klassenstufe 3 scheint es angebracht, für Schüler aus dem Bereich der beruflichen Schulen ein ähnliches Angebot vorzuhalten“, heißt es in den Sitzungsunterlagen. Ein solches Konzept habe die Diakonische Jugendhilfe „Mutpol“ in Tuttlingen entwickelt. Mutpol betreibe bereits für den Landkreis Tuttlingen sogenannte „VAB in Sonderform“. „Dieses VAB in Sonderform könnte unser Bildungsangebot sinnvoll ergänzen“, sagte Zube. Zielgruppe sind Schüler, die bei der schulischen Qualifizierung und der beruflichen Eingliederung einen besonderen Bedarf an individueller Unterstützung haben. Dies sind zum Bei-spiel Jugendliche in schwierigen persönlichen Lebenslagen, Jugendliche, die bisher Unterricht verweigert haben, Schulabbrecher aus den ein- oder zweijährigen Berufsfachschulen oder Schüler, die in größeren Gruppen „verloren“ gehen würden oder sich dort überfordert fühlen.


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